Haltung · Bürohund
Zwei Spürnasen.
Ein Instinkt.
Ann-Kathrin Kuhnca. 3 Min. Lesezeit

Emma ist ein Frops. Neun Jahre alt, eigensinnig, mit einer Nase, die nichts durchgehen lässt. Wenn sie etwas aufspürt, hört sie nicht auf. Nicht weil sie muss. Sondern weil sie nicht anders kann.
Ich kenne das Gefühl.
Zwei Arbeitsweisen
Was sie macht – und was ich mache.
Emma spürt auf, was noch nicht sichtbar ist. Sie braucht keine Anleitung dafür. Keine Checkliste. Sie folgt einfach dem, was sie deutlich spürt. Ich arbeite ähnlich.
Wahrnehmung ist bei mir keine Methode.
Ich habe nicht gelernt, Menschen zu lesen. Ich habe nie aufgehört, es zu tun.
Als Kind war ich die, die bemerkt hat, wenn jemand eigentlich traurig ist – auch wenn er lacht. Die gespürt hat, wenn ein Raum eine seltsame Stimmung hat, ohne dass jemand etwas gesagt hätte. Die immer wusste, was gerade wirklich passiert.
Das ist geblieben. Und irgendwann habe ich verstanden:
Das ist kein Makel.
Das ist mein Werkzeug.
Im Gespräch mit Kunden bedeutet es: Ich erkenne schnell, was ein Unternehmen wirklich ausmacht. Nicht das, was auf der Website steht. Das, was da ist – und noch nicht sichtbar gemacht wurde.
Was wir gemeinsam haben
Wir hören nicht auf, bevor wir das Wesentliche gefunden haben.
Emma und ich teilen eine Eigenschaft, die manchmal unbequem ist. Für sie ist es ein Geruch. Für mich ist es die Frage: Was ist hier wirklich da – und wird noch nicht gezeigt?
Wenn ich das gefunden habe, beginnt die eigentliche Arbeit:
Übersetzen.Gestalten.Sichtbarmachen.
Manchmal in einer Website. Manchmal in einem Logo. Manchmal in einem Satz, der auf Anhieb stimmt.
Heute
Emma schläft gerade neben mir, während ich das schreibe.
Wir hatten beide einen guten Tag.
